Schuldenkrise – ein Schauspiel.
Vater: Kinder, eure Mutter und ich haben euch gerufen, damit wir ein wenig über unsere Finanzen reden können.
Sohn: Gute Idee Papa, weil ich mache mir langsam Sorgen darum, weißt du…
Vater: Ja, mir ist aufgefallen dass unsere Ausgaben stark angestiegen sind, seit eure Mutter die Familienkasse verwaltet.
Tochter: Wie, ich dachte gerade deswegen hat sie übernommen?
Sohn: Ja, Papa. Nachdem du das Golfset, das Segelboot und die Jagdausrüstung gekauft hast und ständig mit uns Urlaub in der Karibik gemacht hast, wollten die unser Haus pfänden.
Mutter: Genau. Ab da habe ich übernommen.
Vater: Die Ausgaben sind total außer Kontrolle. Das muss aufhören. Ihr müsst alle den Gürtel enger schnallen. Besonders eure Mutter muss das.
Mutter: Dir ist schon klar, dass die Kreditkartenschulden unsere größte Ausgabe ist, abgesehen von der Hypothek?
Vater: Es ist einfach zu viel. Ich habe euch immer gesagt dass ihr zu verschwenderisch seid.
Mutter: Aber die Kreditkarte wurde nur mit Sachen belastet, die du unbedingt haben wolltest.
Vater: Das kannst du jetzt nicht nur mir anhängen! Du warst auch mit auf dem Segelboot und du warst immer mit im Urlaub!
Tochter: Papa, du warst es doch, der ständig in die Karibik wollte. Darum sind wir hingeflogen. Wir haben dir damals schon gesagt dass wir uns das nicht leisten können und dass es das nicht wert ist.
Vater: Diese Urlaube haben die Familiengemeinschaft gestärkt, also waren sie richtig.
Sohn: Ja, das hast du immer gesagt. Wir haben das nie so gesehen. Sie haben die Familie nicht stärker zusammen gebracht. Sie haben uns nur Schulden eingebracht.
Vater: Nein, sie haben uns wirklich stärker gemacht! Ich diskutiere darüber jetzt nicht. Ich habe die Familienkonferenz einberufen und will nicht dass du mich ablenkst. Ich wollte nämlich sagen, dass wir uns die Medikamente für dein Asthma nicht mehr leisten können, mein Sohn, und wir können auch keine Schule mehr zahlen. Wir müssen euch jetzt zuhause unterrichten.
Mutter: Schatz, wer hat dazu Zeit? Wir arbeiten beide. Dein Plan ist unrealistisch.
Vater: Ich habe außerdem entschieden dass ich viel zu viel von meinem Geld in die Familie investiere. Die Familie würde viel mehr zusammen halten wenn ich das Geld selbst behalte. Ich bin dann glücklicher und daher netter zu euch, das ist gut für die Familie.
Mutter: Wenn du dein Gehalt selbst behältst, können wir nicht mal mehr die Kreditkarte abbezahlen.
Vater: Das ist doch nicht mein Problem. Die Kreditkarte wurde zum Problem, als du dich darum gekümmert hast, nicht ich.
Tochter: Papa, jetzt redest du Blödsinn.
Vater: Quatsch, ich habe halt Prinzipien: es gibt nichts besseres für die Welt als die individuelle Freiheit.
Sohn: Nein, sie hat recht. Ich könnte ohne meine Medizin sterben. Du schuldest uns eine gute Ausbildung und ihr werdet uns beide nicht zuhause unterrichten können.
Vater: Dann lernt ihr halt aus dem Internet.
Mutter: Wir können das Internet nicht mehr bezahlen, wenn du dein Geld selbst behältst.
Vater: Ich braucht das Internet nicht.
Sohn: Das hast du gerade selbst gesagt!
Vater: Genau darum geht es mir. Es ist eine unnötige Ausgabe.
Tochter: Jetzt wird er total verrückt.
Vater: Ein bisschen mehr Respekt, ja? Du verzogenes Balg, du hast echt kein Benehmen.
Mutter: Rede nicht so mit unser Tochter.
Vater: Sie hat mir doch Vorwürfe gemacht. Ich verteidige mich nur.
Sohn: Sie hat recht, Papa.
Vater: Aha, jetzt verbündet ihr euch alle gegen mich. Ihr habt euch nie für unser Geld interessiert, aber gebt mir die Schuld an allem.
Mutter: Ich wollte auch noch was sagen. Ihr sollt wissen, dass ich die Scheidung einreiche.
Ungefähr so läuft die Debatte in den USA über die Verschuldung in den Augen von Jeremy Sherman ab, wenn sie ein Familiendrama wäre. Ich habe den Artikel übersetzt, das Original findet sich hier.

Besser spät als zu spät
Da insbesondere jene, die in “dieser Welt” (Zinsgeld-Ökonomie, zivilisatorisches Mittelalter) eine “gesellschaftliche Position” erlangt haben, unfähig sind, die freie Marktwirtschaft ohne Kapitalismus (Natürliche Wirtschaftsordnung) intellektuell zu erfassen, auch wenn sie “ja doch nur aus einer Reihe banalster Selbstverständlichkeiten besteht” (Zitat: Silvio Gesell), ist der endgültige Zusammenbruch des noch bestehenden, kapitalistischen Systems durch die “Finanzkrise” (korrekt: globale Liquiditätsfalle nach J. M. Keynes, klassisch: Armageddon) die Voraussetzung dafür, dass der Glaube an dieser System verloren geht und der eigentliche Beginn der menschlichen Zivilisation eingeleitet werden kann:
Ob nun eine “unglückliche” oder auch gar keine Entscheidung der politischen Seifenoper in “God´s own country” den endgültigen Vertrauensverlust der Anleger (Zinsgewinner) und damit die globale Liquiditätsfalle auslöst, oder ob es die Nachricht über einen weiteren Reparaturbedarf an einer der “Finanzbaustellen” in Europa ist, spielt keine Rolle. In jedem Fall gilt: Besser spät als zu spät! Denn je weiter die globale Gesamtverschuldung des (noch) bestehenden Systems durch weitere Staatsverschuldungen erhöht und damit das Elend der Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz – sowohl innerhalb der Nationalstaaten als auch zwischen den Staaten – verlängert wird, desto rasanter wird der ohnehin unvermeidliche Zusammenbruch sein. Erfolgt er am Ende zu rasant, ist es kaum noch möglich, größeren Schaden zu vermeiden, bis durch die gesetzlich verbindliche Ankündigung der Natürlichen Wirtschaftsordnung (echte Soziale Marktwirtschaft) der weitere Zusammenbruch gestoppt werden kann. Im schlimmsten Fall käme es zum finalen Atomkrieg, bevor die “hohe Politik” bereit ist, mit dem Denken anzufangen:
[Anm. d. Red: die Kommentarfunktion dieses Blogs dient der Diskussion der Artikel, nicht der Verbreitung von Links. Die wurden daher entfernt. Da der Text zum Thema passt, wurde er so gelassen wie er ist.]
Hahahaha, wie gut