Schülerzeitung 1998
Das Huhn Frieda erzählt aus seinem Leben
Also, als ich ausschlüpfen sollte, war ein ganz besonderer Tag. Alle anderen Hühner warteten darauf, weil ich das einzige Küken war, das ausschlüpfen sollte. Doch als es dann soweit war, war keiner mehr da, bis auf meine Mutter.
Meine Mutter zog mich groß, wie alle Küken. Erst lernt man dies, dann lernt man das. Wie man Würmer sucht und wie man Eier legt. Halt all das, was man so als Huhn wissen muss.
Als ich dann ein richtiges Huhn war, erzählte sie mir, dass an dem Tag, ls ich geboren wurde, alle anderen Hühner geschlachtet wurden, auch der Hahn. Ich wurde sehr traurig als ich das hörte und ging in den Stall.
Nach ca. einer Stunde kamen Männer und nahmen mich mit. Zuerst wusste ich nicht, was sie wollten. Aber ich begriff schnell. Sie brachten mich in die Legebatterie.
Ihr wollt wissen was das ist?
Das kann ich euch erklären. Das sind ganz enge Drahtkäfige, wo du nur Eier legen sollst. Die Nachbarn hacken einem die Federn aus, das ist schrecklich, sage ich euch!
Und jetzt erzähle ich euch, wie ich da wieder herausgekommen bin. Jeden Tag kamen ein Mann oder eine Frau, die die Eier eingesammelt haben. Eines Tages habe ich mich tot gestellt. Sie haben die Käfigtür geöffnet und ich bin herausgeflogen, ab durch die Tür und in die Freiheit. Bevor ich eingesperrt wurde konnte ich zwar besser fliegen, aber zum Ausbüchsen hat es noch gereicht! Das Fliegen hat mich sehr angestrengt. Darum flog und lief ich abwechselnd. Später ging und flog ich auch. Die Richtung war: immer dem Schnabel nach.
Leider habe ich nicht mehr zurück zu meinem Stall gefunden. Abends kam ich dann irgendwann an diesem Bauernhof vorbei. Hier durfte ich auch bleiben und kann euch so diese Geschichte erzählen.


Seit hundert Jahren mal wieder hier gewesen…ich liebe die Geschichte noch immer!