„Pickup-Art“ und warum sie unnötig ist
Ich werde immer häufiger von Leuten gefragt, was denn von Pickup-Art zu halten ist. Für alle die es nicht kennen: es handelt sich um eine Reihe von Techniken zur systematischen Verführung von Frauen auf der Basis populärwissenschaftlicher, also unhaltbar vereinfachten Annahmen darüber „wie Frauen ticken“, daher möchte ich alle meine Ansichten dazu mal zusammen fassen.
Erstens: die Annahmen hinter Pickup-Art sind falsch. Es sind stark vereinfachende Modelle, in denen Männer wie Tiere in Alphas, Betas und Omegas eingeteilt werden und sich die Attraktivität von Frauen auf eine Skala von 1-10 einteilen lässt. Es sind Modelle, in denen einige wenige Schubladen existieren, in die jede Frau fällt und in welche Schublade sie gesteckt wird beurteilt der Mann zum Beispiel anhand der Art, wie sie auf dem Date mit dem Salzstreuer spielt oder wie sie an der Bar sitzt. Diese Schnellprofile sind so einfach aufzustellen wie sie bei genauerer Betrachtung wieder umfallen. Es steckt nichts anderes dahinter als Pop-Psychologie. Zudem stammt Pickup aus den USA, wo der Umgang zwischen Mann und Frau ein ganz anderer ist als hier. Es ist auch kein Zufall, dass eines der bekanntesten Pickup-Bücher „Lob des Sexismus“ heißt.
Zweitens: PUA funktioniert nur oberflächlich. Wenn man mich fragt, ob es überhaupt funktioniert sage ich mittlerweile „ja“. Ja, es sind Techniken, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass eine Frau dich positiv einschätzt. Das Problem ist nur, dass man sich dadurch nicht verändert, sondern versteckt. Den PUA-Techniken liegt ein einzelner, ganz spezieller Typ Mann zugrunde, dem alle anderen Männer dann folgen sollen, da es den einzigen Weg darstellt, Frauen „abzuschleppen“. Wenn man sich lange genug damit befasst, lernt man, eine Rolle zu spielen ohne tatsächlich jemand anders zu werden. Man versteckt sich zunehmend hinter dieser Rolle. Spätestens wenn aus einem Pickup dann eine längere Beziehung entsteht merkt die Frau dann, dass das, was der Pickup-Artist dargestellt hat, nicht er selbst ist. Im schlimmsten Fall verbirgt sich dahinter jemand völlig anderes und all die Mühe war umsonst.
PUA wird niemanden selbstbewusster und extrovertierter machen.
Drittens: ich halte Pickup-Art für ethisch verwerflich. Das klingt ziemlich hart, aber ich habe meine Gründe. Erstmal stehen Autoren dahinter, die sich hobbymäßig mit Psychologie beschäftigen und dabei gern mal vom Pfad abkommen und sich Blödsinn wie NLP aneignen. Diese Leute haben einen Haufen Bücher geschrieben, veranstalten Seminare und produzieren Trainingsvideos um Profit zu machen. Das Streben nach Profit an sich halte ich nicht für verwerflich. Wenn das jedoch darauf aufbaut, dass ein großer Teil der jungen Männer in den Industrienationen über kein ausreichendes Selbstwertgefühl verfügt, dann ist es das. Pickup-Art ist ungefähr so wie das Verteilen von Menükarten an Verhungernde und gleichzeitig das Profitieren von den Schwächen anderer Leute.
Wie schon erwähnt wirkt es nicht auf die Persönlichkeit, sondern zeigt nur, welche Rolle man spielen sollte, wenn man Erfolg bei (bestimmten) Frauen haben will. Damit ist die Grundannahme dahinter: du hast nur Erfolg wenn du vorgibst jemand zu sein, der du nicht bist. Oder anders: wenn du du selbst bist, hast du keinen Erfolg bei Frauen. Und was gibt es Unsinnigeres als diesen Satz?
Daher ein einfacher Rat für alle die ernsthaft vorhaben, sich mit Pickup-Art auseinander zu setzen: vergesst es. Stattdessen stellt euch täglich vor den Spiegel und stellt euch die folgende Frage: wenn ihr euch selbst auf der Straße treffen würdet, würdet ihr euch kennen lernen wollen, mögen und respektieren? Wenn ja: gut. Ihr brauchst kein PUA. Wenn nein: fragt euch, was ihr ändern könnt. Dafür auch ein paar Ratschläge..
- Du bist was du tust. Wenn du den ganzen Tag mit Dingen verbringst, für die man nicht respektiert wird, respektierst du dich selbst auch nicht.
- Verbringe deine Zeit mit Dingen, die du für richtig hältst und die du vor dir selbst rechtfertigen kannst. Genieße bewusst das Gefühl, wenn du so etwas tust.
- Profitiere aus dem, was du erreicht hast. Selbstwertgefühl ist nichts anderes als ein Nebeneffekt deiner Leistungen. Natürlich hält man sich für wertlos, wenn der Lebensinhalt aus World of Warcraft besteht
Mehr braucht es wirklich nicht und mehr bekommt man auch durch PUA nicht. Und nicht jede Frau ist dumm genug, auf Pickup-Tricks reinzufallen
Wenn eine verlorene Generation wütet.
„Because it’s fucked up. Maybe i’ll move back there full time when the government changes. Or when the next few governments have started repairing the damage Thatcher did. But the current government won’t repair that damage, if anything they’re making it worse. Britain doesn’t work anymore, you know. It’s hard to live there because the infrastructure is broken.“
- Andrew Eldritch, als Antwort auf die Frage, warum er nicht zurück nach England zieht. Er hat es bis heute nicht getan.
Die einschlägigen Blogs sind zu diesem Zeitpunkt leider schon voll von klassisch-linken Erklärungsansätzen für das, was in London gerade passiert. Sie sind so offensichtlich, dass selbst die Tagesschau-Reporter von der „lost generation“ sprechen, die gerade London unsicher macht. Es zeigt sich einfach, dass das England nach Thatcher die breiten Teile der Bevölkerung, die durch ihre Politik zu Verlierern gemacht wurden, nicht mehr mit Brot und Spielen ruhig zu halten sind. In Rom wie in England brauchte es nur minimale Störungen im Gleichgewicht, die eine Kettenreaktion auslösen können. Die heutige Jugend dieser Bevölkerungsteile, die kaum Zugang zu Bildung hat, kaum Chancen bekommt und in eigene Ghettos gepfercht wird, befand sich lange in einem Trancezustand, der durch kapitalistische Verhältnisse und die Unterhaltungsindustrie begünstigt wird.
Ich kann das Entsetzen der Bevölkerung verstehen, das auch gerne dargestellt wird. Als Sohn eines Familienunternehmers habe ich eine Vorstellung davon wie es wäre, wenn 150 Jahre Arbeit einfach niedergebrannt werden. Jemand, der nicht betroffen ist von der Armut und der jahrzehntelangen Vernachlässigung und sich nie mit den Bedingungen dieser Armut beschäftigt hatf, der kann zu der rohen Gewalt nur machtlos den Kopf schütteln. Das Sicherheitsgefühl dieser Menschen ist verletzt, die Politiker, die eilig aus den Ferien kommen, haben keine besseren Ideen als es mit harten Strafandrohungen wieder herzustellen. Damit ist weder den Opfern geholfen noch sind die Ursachen beseitigt. Die von der verlorenen Generation abgespaltenen anderen Schichten wünschen sich einfach nur ihre Ruhe und dass da endlich mal aufgeräumt wird.
Der Auslöser der Krawalle erinnert nur zu sehr an folgenden Filmausschnitt aus „V wie Vendetta“:
Nur wird aus solchen Aufständen wohl kaum eine so einheitliche revolutionäre Bewegung werden und erst recht keine Bewegung mit so edlen Motiven wie Demokratie, soziale Gerechtigkeit und Menschenrechte. Die Randalierer dort sind selbst untereinander kaum solidarisch, verprügeln und beklauen sich mitunter gegenseitig, rauben Markenklamotten, DVDs und Flachbildschirme und stellen stolz Bilder von ihren Raubzügen ins Netz. Aber was ist zu erwarten von einer gesellschaftlichen Schicht, die über so lange Zeit vom Privatfernsehen großgezogen und quasi darauf abgerichtet wurde, ihre kargen Einkünfte in den Konsum zu stecken? Diese Menschen sind (aus liberaler Sicht) das „Abfallprodukt“ des Thatcherismus. Menschen, denen man jede Solidarität aberzogen hat, die außer materiellem Konsum nichts mehr kennen und die jetzt nunmal wütend sind und einfach nur ein größeres Stück vom Kuchen wollen. Man muss sich Fragen was eine Regierung (eigentlich mehrere Regierungen am Stück), die so etwas zulässt, noch wert ist.
Auch in Deutschland gibt es diese Schicht. Es sind die Menschen, die vor dem Fernseher sitzen und „Unterschichtsfernsehen“ schauen – vor lauter Voyeurismus natürlich ohne zu merken, dass sie selbst Gegenstand dieser Komik sind. Es sind die, die sich zu ihren „absolut zumutbaren“ Niedriglohnjobs schleppen und mit Staatsgeld aufstocken, weil sie mit dem Gedanken aufgewachsen sind, dass man lieber arbeitet, statt nichts zu tun, als gäbe es nur die beiden Pole „Arbeit“ und „Faulheit“.
Ich bin kein großer Optimist, was das angeht, aber ich hoffe die Politiker dort erkennen, dass die Krawalle in London nur Symptome sind und die Ursachen in ihrem eigenen Versagen liegen.
Schuldenkrise – ein Schauspiel.
Vater: Kinder, eure Mutter und ich haben euch gerufen, damit wir ein wenig über unsere Finanzen reden können.
Sohn: Gute Idee Papa, weil ich mache mir langsam Sorgen darum, weißt du…
Vater: Ja, mir ist aufgefallen dass unsere Ausgaben stark angestiegen sind, seit eure Mutter die Familienkasse verwaltet.
Tochter: Wie, ich dachte gerade deswegen hat sie übernommen?
Sohn: Ja, Papa. Nachdem du das Golfset, das Segelboot und die Jagdausrüstung gekauft hast und ständig mit uns Urlaub in der Karibik gemacht hast, wollten die unser Haus pfänden.
Mutter: Genau. Ab da habe ich übernommen.
Vater: Die Ausgaben sind total außer Kontrolle. Das muss aufhören. Ihr müsst alle den Gürtel enger schnallen. Besonders eure Mutter muss das.
Mutter: Dir ist schon klar, dass die Kreditkartenschulden unsere größte Ausgabe ist, abgesehen von der Hypothek?
Vater: Es ist einfach zu viel. Ich habe euch immer gesagt dass ihr zu verschwenderisch seid.
Mutter: Aber die Kreditkarte wurde nur mit Sachen belastet, die du unbedingt haben wolltest.
Vater: Das kannst du jetzt nicht nur mir anhängen! Du warst auch mit auf dem Segelboot und du warst immer mit im Urlaub!
Tochter: Papa, du warst es doch, der ständig in die Karibik wollte. Darum sind wir hingeflogen. Wir haben dir damals schon gesagt dass wir uns das nicht leisten können und dass es das nicht wert ist.
Vater: Diese Urlaube haben die Familiengemeinschaft gestärkt, also waren sie richtig.
Sohn: Ja, das hast du immer gesagt. Wir haben das nie so gesehen. Sie haben die Familie nicht stärker zusammen gebracht. Sie haben uns nur Schulden eingebracht.
Vater: Nein, sie haben uns wirklich stärker gemacht! Ich diskutiere darüber jetzt nicht. Ich habe die Familienkonferenz einberufen und will nicht dass du mich ablenkst. Ich wollte nämlich sagen, dass wir uns die Medikamente für dein Asthma nicht mehr leisten können, mein Sohn, und wir können auch keine Schule mehr zahlen. Wir müssen euch jetzt zuhause unterrichten.
Mutter: Schatz, wer hat dazu Zeit? Wir arbeiten beide. Dein Plan ist unrealistisch.
Vater: Ich habe außerdem entschieden dass ich viel zu viel von meinem Geld in die Familie investiere. Die Familie würde viel mehr zusammen halten wenn ich das Geld selbst behalte. Ich bin dann glücklicher und daher netter zu euch, das ist gut für die Familie.
Mutter: Wenn du dein Gehalt selbst behältst, können wir nicht mal mehr die Kreditkarte abbezahlen.
Vater: Das ist doch nicht mein Problem. Die Kreditkarte wurde zum Problem, als du dich darum gekümmert hast, nicht ich.
Tochter: Papa, jetzt redest du Blödsinn.
Vater: Quatsch, ich habe halt Prinzipien: es gibt nichts besseres für die Welt als die individuelle Freiheit.
Sohn: Nein, sie hat recht. Ich könnte ohne meine Medizin sterben. Du schuldest uns eine gute Ausbildung und ihr werdet uns beide nicht zuhause unterrichten können.
Vater: Dann lernt ihr halt aus dem Internet.
Mutter: Wir können das Internet nicht mehr bezahlen, wenn du dein Geld selbst behältst.
Vater: Ich braucht das Internet nicht.
Sohn: Das hast du gerade selbst gesagt!
Vater: Genau darum geht es mir. Es ist eine unnötige Ausgabe.
Tochter: Jetzt wird er total verrückt.
Vater: Ein bisschen mehr Respekt, ja? Du verzogenes Balg, du hast echt kein Benehmen.
Mutter: Rede nicht so mit unser Tochter.
Vater: Sie hat mir doch Vorwürfe gemacht. Ich verteidige mich nur.
Sohn: Sie hat recht, Papa.
Vater: Aha, jetzt verbündet ihr euch alle gegen mich. Ihr habt euch nie für unser Geld interessiert, aber gebt mir die Schuld an allem.
Mutter: Ich wollte auch noch was sagen. Ihr sollt wissen, dass ich die Scheidung einreiche.
Ungefähr so läuft die Debatte in den USA über die Verschuldung in den Augen von Jeremy Sherman ab, wenn sie ein Familiendrama wäre. Ich habe den Artikel übersetzt, das Original findet sich hier.
Schülerzeitung 1998
Das Huhn Frieda erzählt aus seinem Leben
Also, als ich ausschlüpfen sollte, war ein ganz besonderer Tag. Alle anderen Hühner warteten darauf, weil ich das einzige Küken war, das ausschlüpfen sollte. Doch als es dann soweit war, war keiner mehr da, bis auf meine Mutter.
Meine Mutter zog mich groß, wie alle Küken. Erst lernt man dies, dann lernt man das. Wie man Würmer sucht und wie man Eier legt. Halt all das, was man so als Huhn wissen muss.
Als ich dann ein richtiges Huhn war, erzählte sie mir, dass an dem Tag, ls ich geboren wurde, alle anderen Hühner geschlachtet wurden, auch der Hahn. Ich wurde sehr traurig als ich das hörte und ging in den Stall.
Nach ca. einer Stunde kamen Männer und nahmen mich mit. Zuerst wusste ich nicht, was sie wollten. Aber ich begriff schnell. Sie brachten mich in die Legebatterie.
Ihr wollt wissen was das ist?
Das kann ich euch erklären. Das sind ganz enge Drahtkäfige, wo du nur Eier legen sollst. Die Nachbarn hacken einem die Federn aus, das ist schrecklich, sage ich euch!
Und jetzt erzähle ich euch, wie ich da wieder herausgekommen bin. Jeden Tag kamen ein Mann oder eine Frau, die die Eier eingesammelt haben. Eines Tages habe ich mich tot gestellt. Sie haben die Käfigtür geöffnet und ich bin herausgeflogen, ab durch die Tür und in die Freiheit. Bevor ich eingesperrt wurde konnte ich zwar besser fliegen, aber zum Ausbüchsen hat es noch gereicht! Das Fliegen hat mich sehr angestrengt. Darum flog und lief ich abwechselnd. Später ging und flog ich auch. Die Richtung war: immer dem Schnabel nach.
Leider habe ich nicht mehr zurück zu meinem Stall gefunden. Abends kam ich dann irgendwann an diesem Bauernhof vorbei. Hier durfte ich auch bleiben und kann euch so diese Geschichte erzählen.
Breivik, Tempelritter und eine „rechte RAF“?
Was in Oslo und auf der Insel Utøya passiert ist, haben wir alle in den Medien detailliert mitbekommen. Es war ein Blutbad, das mit einer Kaltblütigkeit abgelaufen sein muss, wie ich sie mir nur bei hoch funktionsfähigen Psychopathen oder Elitesoldaten vorstellen kann. Für die auch im Nachhinein fehlende Empathie des Täters gibt es viele mögliche Erklärungen, von denen viele zutreffen können und es wäre Spekulation, da voreilige Schlüsse zu ziehen. Fakt ist jedenfalls: Breivik befand sich seinem Selbstverständnis nach im heiligen Krieg, im „Counterjihad“ und hat klare Vorstellungen von seinen Feinden – allgemein formuliert vor allem Muslime und europäische Politiker, die er für den Muslimen wohlgesonnen hält, vornehmlich also Linke.
Was mich sehr stört ist der Umgang der Medien mit dem Thema. Es wird viel daran gesetzt, die Anschläge als brutal und unvorstellbar grausam in Szene zu setzen, Breivik selbst geht als „geistig Verwirrter“ mit „schwer verständlichem Weltbild“ durch die Medien. Genau das ist er, wie schon viel früher beschrieben wurde, aber nicht, sonst hätte er kein Manifest zustande gebracht, das über 1500 Seiten umfasst. Anders als berichtet ist es auch kein Konvolut ungeordneter Texte eines Psychotikers. Ich persönlich fasse es nach dem ersten Überfliegen als respektables, umfassendes Lehrbuch für eine hypothetische Bewegung auf, für die Breivik wohl mit seiner so genannten „Operation“ wohl die Avantgarde bilden sollte. und so ziemlich alle Informationen enthält, die selbst einen völlig unpolitischen Bürger, vor allem aber einen politisch nach rechts tendierenden Bürger zu einem so genannten „Justiciar Knight“, also einem vollwertigen Kämpfer für die Breivik-Bewegung zu machen.
Das erste Kapitel sorgt für die „Grundbildung“ der Justiciar Knights. Es werden historische Texte geliefert, die sich vor allem mit dem Jihad befassen. Insgesamt ergibt sich eine revisionistische Geschichtsauffassung, allgemein anerkannte historische Fakten sollen durch alternative Darstellungen widerlegt werden. Wer eine erfolgreiche Bewegung auf den Weg bringen will, der braucht ein einheitliches Geschichtsverständnis. Es soll den Leser dazu bringen, die bisherige Geschichtsschreibung als „kulturmaxistische“ Fälschung zu betrachten und Raum zu schaffen für die dort beschriebenen Inhalte. Ob nun inhaltlich falsch oder nicht ist egal, da kaum jemand, der empfänglich für dieses Gedankengut ist, es kritisch prüfen wird.
Das zweite Kapitel befasst sich mit aktuellen politischen Vorgängen. Es enthält detaillierte Hintergründe zu dem, was fünfzig Jahre traditionell linke Politik ausmacht, zum Beispiel zur Frankfurter Schule, zum Feminismus und zur „Political Correctness“. Als Todfeinde bestimmt er wieder Kulturmarxismus, Multikulturalismus, Globalismus, Feminismus, Emotionalismus, „suizidalen Humanismus“ und Egalitarismus. Zudem beschreibt er sehr detailliert wie seiner Auffassung nach der Jihad heute geführt wird. Jedes seiner Feindbilder bekommt mehrere Kapitel gewidmet. Insgesamt ergibt sich ein Bild von einem Europa, das von den diversen „Todfeinden“ pervertiert wird. Als Erlöser sieht er seine „konservativ-revolutionäre“ Bewegung.
Im dritten Kapitel wird dann der Kriegszustand ausgerufen. Es wird offen zum Kampf gegen die beschriebenen Feinde aufgerufen und es wird begründet, warum der Dialog vorbei ist. Eine Kommandostruktur der „Justiciar Knights“ wird ebenso besprochen wie der Umgang mit Überwachung durch das „System“. Besonders beeindruckend ist der Abschnitt, in dem er die „grausame Natur der Operationen“ (Breiviks Anschläge betrachtet er auch als „Operation“) beschreibt. Beeindruckend ist es darum, weil es zeigt, wie konsequent er selbst nach seinen eigenen Richtlinien vorgegangen ist. Eine solche Operation gilt für ihn dann als effizient, wenn sie nur von 1-2 Leuten durchgeführt wird und „besser zu viele als zu wenig“ Menschen getötet werden. Abschließend gilt es zu erklären, wozu diese „Operation“ gut war. Die Gerichtsverhandlung soll morgen statt finden, Breivik hat schon angekündigt, dass er der Öffentlichkeit genau diese Begründung nicht vorenthalten will.
Ein Traningsprogramm, Diätrichtlinien, Vorschläge für Bewaffnung und Panzerung sowie deren Beschaffung bis hin zu einem Rezept für die Herstellung von ECA-Stack-Präparaten sind enthalten.
Selbst eigene militärische Auszeichnungen und Abzeichen sowie Grabstätten für seine „Ritter“ hat er sich ausgedacht. Die dazugehörige Jugendbewegung wird beschrieben. Die Gesellschaft nach der „Revolution“ wird auch schon beschrieben. Wer so detailliert schreibt, der meint es ernst und hofft auf Nachahmer.
Das Manifest ist keine Einzelarbeit. Neben Inhalten bekannter Autoren wie zum Beispiel Robert Spencer enthält es auch Texte von einem gewissen „Fjordman“, den ich der Bewegung zuordne. Der Grund: auf seinem Blog (http://fjordman.wordpress.com/) schreibt er auf deutsch in einem ähnlichen Stil wie Breivik. Wer sich tiefer in ihre Gedankenwelt einarbeiten will, findet dort einiges.
Ich verfolge die Inhalte dieser Bewegung schon lange. Bisher habe ich sie als Sonderform des Faschismus betrachtet, besonders auf der Basis der „Von Thronstahl“-Texte, die für mich aber nie mehr waren als einige im Suff hingeklatschte Texte über christliche Mystik, Faschismus und darüber, warum eine Tasse Kaffee auch mal 10€ kosten darf. Wie ich früher schon einmal geschrieben habe hat Umberto Eco die Gemeinsamkeiten aller rechten Bewegungen gut zusammengefasst und es ist ersichtlich, warum solche Bewegungen immer wieder Anhänger finden.
Fast alle Punkte aus Ecos Kriterienkatalog treffen auch auf Breiviks „Justiciar Knights“ zu. Doch da enden die Gemeinsamkeiten mit den klassischen Nazis, denn die hier beschriebene Bewegung scheint eine Art „konservativer Extremismus“ zu sein.
Wozu die entsprechenden politischen Inhalte aber taugen, wenn sie mit der entsprechenden geistigen Kapazität aufgearbeitet werden, hat sich gezeigt – wenn meine Befürchtungen wahr sind, dann finden sich Nachahmer und wenn meine Befürchtungen noch übertroffen werden, dann steht Europa einer rechten Terrorvereinigung gegenüber, gegen die die RAF in Sachen Brutalität, Organisation und Ideologie sehr, sehr alt aussehen wird.
Ich persönlich bin gespannt, was die psychologische Untersuchung ergeben wird und eventuell ein Update schreiben.
Edit: der hier genannte „Fjordman“ schreibt auch für die bekannte deutsche „Nachrichtenseite“ pi-news. Ob er in Kontakt mit Breivik steht oder einfach nur Texte von ihm kopiert wurden, ist mir nicht bekannt.
Zu Guttenberg und die Suche nach dem „starken Mann“
Deutschland braucht wieder einen starken Mann an der Spitze, der uns von Arbeitslosigkeit, Ungerechtigkeit und Überfremdung befreit! Wenn nicht Sarrazin als Kanzler, dann KT!
Endlich Klartext zum Integrationsdesaster!
Viele Köche verderben den Brei, auch in der Politik, also endlich wieder EIN richtungsweisender Politiker, der uns Deutsche aus dem Abstiegsstrudel reisst!
Die mediale Verdummungsmaschine kommt ins Stottern angesichts einer Masse von Menschen, die endlich aufwacht, ihre politisch korrekten Fesseln abwirft und frei denkt! Und bitte, wer jetzt mir Nazivergleichen kommen will. Das ist unangebracht, im Gegenteil, die Faschisten sitzen an den Druckmaschinen!
- Ein unbekannter Facebooknutzer in einer Pro-Guttenberg-Gruppe
In den vergangenen Wochen wurde viel Wirbel gemacht um diverse Facebook-Gruppen zum Thema zu Guttenberg und den mit ihm verbundenen diversen Affären. Die Lager waren klar: es gab die Befürworter, die zu Guttenberg seine Taten gerne zu vergeben bereit waren und die Kritiker, die ihm harte Strafen wünschen. Ich will die Affäre um zu Guttenberg nicht noch ein weiteres mal beschreiben, ich rechne einfach damit dass jeder, der dies liest bescheid weiß. Ich selbst habe meine Meinung zu dem Thema bekannt gegeben. Nachdem ich mich für einige Zeit in den einschlägigen Pro- und Contragruppen eingelesen hatte, fiel mir ein Beitrag ein, den ich vor längererer Zeit mal geschrieben habe. Darin ging es um psychologische Merkmale sogenannter „autoritärer Persönlichkeiten“ und wie man sie erfasst. Da ich mittlerweile Erfahrung in dem Gebiet hatte stellte ich einen kurzen Fragebogen zusammen. Er erfasst Alter, Geschlecht, Bildung, die Einstellung zu besagtem Politiker und den „Right-Wing Authoritarianism“ der Teilnehmer mit einem für Deutschland angepassten Test, der auf der RWA-Skala von Altemeyer basiert. Wer mehr darüber wissen will, liest im entsprechenden Beitrag weiter.
Den Fragebogen verlinkte ich dann in den Pro- und Contragruppen auf Facebook. Ich muss sagen, dass ich mir mehr Teilnehmer erhofft hatte. Im Laufe der Befragung, die seit dem 3.3. läuft fanden sich nur knapp 200. Obwohl das für eine solche Befragung durchaus ausreichend ist, fand ich das bei beinahe 600000 „Gefällt mir“-Klicks auf der Pro-Seite doch eher mau. Ich wollte heraus finden, ob die Anhänger zu Guttenbergs auch „autoritärer“ denken als die Kritiker. Die Ergebnisse sprechen eine klare Sprache und ich versuche, sie kurz und prägnant darzustellen.
Zu Guttenberg – ein Abgesang.
Über die Affäre zu Guttenberg wird jeder jetzt bescheid wissen. Es kommt in Fernsehen, Radio und auf sämtlichen Nachrichtenseiten ja nichts anderes mehr. Ich treibe mich – teils zur Belustigung, teils zur prophylaktischen Bewaffnung gegen Guttenbergs Anhänger, gerne auf der Pro-Guttenberg-Facebookseite herum und konnte die Hauptargumente herausstellen. Dazu möchte ich jeweils ein paar Sätze schreiben.
„Jeder hat doch mal geschummelt! Müssen wir jetzt alle unsere Schulzeugnisse zurück geben?“
Dieses Argument ist ebenso richtig wie unpassend. Ich erkenne ja an, dass es in Deutschland auch Politikinteressierte gibt, die nie eine Uni von innen gesehen haben und daher mit akademischen Vorgängen nichts anfangen können. Eine Doktorarbeit ist aber nicht mit der Arbeit in einer Schule vergleichbar. Eine Doktorarbeit zeigt, dass man eine wissenschaftliche Ausbildung hinter sich hat und imstande ist, neue Erkenntnisse zu liefern. Denn das tun Wissenschaftler nunmal. Herr zu Guttenberg allerdings hat auf 76% seiner Doktorarbeit einfach von Arbeiten anderer Wissenschaftler gestohlen. Er hat damit nicht nur geistiges Eigentum auf unfaire weise gestohlen, sondern bewiesen, dass er als Wissenschaftler nicht geeignet ist. Dies erlaubt die Vermutung, dass es ihm beim Doktortitel nur darum ging, besser dazustehen und nicht darum, sein Fach wissenschaftlich voran zu bringen.

In der Schule hingegen geht es ums Lernen und wer bei einer Klausur abschreibt, der zeigt halt, dass er nicht genug gelernt hat, verzerrt also seine eigene Note. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass man lernunfähig ist, nur, dass man in Zukunft besser lernen sollte.
Er hat zudem nicht zugegeben, dass er kopiert hat. Zuerst hieß es, die Vorwürfe seien abstrus. Dann hieß es, es sei „versehentlich Blödsinn in die Arbeit gekommen“.
„Die Opposition ist doch nur neidisch dass sie keinen so charismatischen, kompetenten, gutaussehenden, schicken Politiker haben wie die CSU!“
Das kann schon sein. Und ich will auch gar nicht abstreiten, dass die Opposition Interesse daran hat, dass zu Guttenberg zurück tritt. Aber ganz ehrlich, wer so ein Argument bringt, der hat die Demokratie nicht verstanden. Die Opposition ist dazu da, die Regierung zu kontrollieren, zu kritisieren und auch mal aus Prinzip Kontra zu geben. Klar, das verlangsamt Entscheidungsprozesse, aber „das Schneckentempo ist nunmal das normale Tempo der Demokratie“ – das wusste schon Helmut Schmidt. Übrigens auch ein fähiger und charismatischer Politiker, der auch seine Ecken und Kanten hat. Trotz seiner überragenden Fähigkeiten wurde er übrigens nie „abgesägt“. Das ist zudem nicht das erste mal in der Geschichte Deutschlands, dass die Opposition den Rücktritt eines Ministers forderte. Und ein Parlament hat eben auch eine Filterfunktion. Es hat seine Richtigkeit, dass Charisma und gutes Aussehen Politikern wenig nutzen. Zu Guttenberg ist objektiv gesehen nicht kompetenter oder inkompetenter als Peer Steinbrück. Politiker sind keine Edelmänner, in die wir unsere Träume und Hoffnungen projizieren können, sondern in erster Linie Überbringer bestimmter Interessen. Und die Forderungen nach einer Volksabstimmung oder ähnlichem dafür, dass Guttenberg zurück kommt sind ebenso abwegig. Guttenberg hat keine Sonderrechte, nur weil ihn hier und da ansonsten unpolitische Menschen gut finden. Er kommt genau so in die Politik wie jeder Politiker. Er lässt sich in seinem Wahlkreis wählen. Da darf es für keinen Sonderrechte geben.
„Guttenberg war endlich mal ein Politiker, der etwas für unser Land getan hat, zum Beispiel: Opel-Rettung, Bundeswehrreform. Und er kümmerte sich um unsere Soldaten.“
Alles Beispiele, mit denen Guttenberg nicht viel mehr zu tun hatte als Angela Merkel. Wer ist bitte so naiv und glaubt, dass er selbst sich diese politischen Großprojekte ausgedacht hat? Beides waren relativ unpopuläre Entscheidungen. Guttenberg war zuerst gegen die Abschaffung der Wehrpflicht und für die „geordnete Insolvenz“ von Opel. Seine Meinung hat er relativ schnell geändert und das ganz bestimmt nicht aufgrund eigener Überlegungen.
Was die Soldaten angeht: nunja. Es wird sicher einige Soldaten geben, sie ihn mögen, da er das erste mal von „Krieg“ gesprochen hat,was Afghanistan angeht. Das spricht nicht unbedingt für ihn, sondern eher gegen seinen Vorgänger. Aber schauen wir uns mal an, wie er mit seinen Soldaten wirklich umgeht. Der Gorch Fock-Kapitän zum Beispiel, mit dem hat er kurzen Prozess gemacht. In einer Untersuchung konnte man aber keine dienstliche Vergehen bei ihm feststellen. Er war ein Opferlamm, das nunmal hinhalten musste, damit Guttenbergs Glanz keine Kratzer bekommt. General Schneiderhahn wurde Guttenberg auch gefährlich, denn die Bombardierung von Kunduz sollte er auf seine Kappe nehmen, wohl auch damit Guttenberg kein Zacken aus der Krone bricht. Und was ist mit den zahlreichen traumatisierten Soldaten, die wieder kommen und von Hartz IV leben müssen? Sind sie weniger heldenhaft, weil sie nicht auf dem Schlachtfeld starben? Scheinbar. Denn dieser Bericht zeigt, dass Guttenberg sich nicht sonderlich für die interessiert, die nicht mehr „unser Land am Hindukusch verteidigen“.
Kurzer Aufruf im Namen der Wissenschaft
Wer Zeit und Lust hat, kann an der folgenden Onlinebefragung teilnehmen. Der Fragebogen ist unkonventionell und hat mit einem neueren, noch nicht ganz erschlossenen Forschungsgebiet zu tun. Persönliche Daten außer Alter und Geschlecht werden nicht erhoben, IP-Adressen nicht gespeichert. Wäre auch gut, wenn ihr es weitersagt. Hier ist der Link: https://www.soscisurvey.de/is_eco
Vielen Dank!
Deutsche Mythen
Jedes Volk hat seine Mythen, Sagen und Legenden. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es eine speziell deutsche Eigenart ist, diese so stark präsent zu halten, dass sie Entscheidungen des realen Lebens massiv beeinflussen. Fakt ist allerdings, dass bei vielen deutschen Großereignissen immer eine Legende im Spiel war. Ich möchte drei Ereignisse kurz skizzieren und die Rolle der Legendenbildung dabei zeigen.
Erstens: hier geht es um die erste deutsche Demokratie, also die Weimarer Republik, die 1919 bis 1933 bestand. Manch einer, der sich ein bisschen mit Geschichte auskennt, weiß was jetzt kommt, nämlich die Dolchstoßlegende. Sie wurde von rechten und konservativen Politikern sowie vom deutschen Militär erdacht und verbreitet. Kurz zusammengefasst: Deutschland hat den ersten Weltkrieg nur darum verloren, weil die Sozialdemokraten in Deutschland verbreitet haben, dass der Krieg ohnehin schon verloren sei. Daraufhin ist die Kampfmoral der tapferen und unbesiegbaren Streitkräfte dermaßen gesunken, dass Deutschland verlor.
Diese Geschichte ist natürlich völliger Quatsch. Trotzdem war sie so stark präsent, dass die der jungen deutschen Demokratie ständig im Nacken saß. Sie wurde von Sozialdemokraten gegründet und lief auch wegen den astronomischen Reparationszahlungen an die Sieger des ersten Weltkriegs nur mittelmäßig. Tief in ihrem inneren machten viele Deutsche tatsächlich nicht mehr die Führung des Kaiserreichs, sondern Linke für die Niederlage verantwortlich. Die Konsequenzen waren fatal. Nicht nur, weil man die alten kaisertreuen Funktionseliten behalten hatte, sondern weil Rechtskonservative und am Ende auch Nazis die Legende massiv ausnutzen konnten, um die Bevölkerung für sich zu gewinnen. Was nach Weimar kam, wissen wir alle.
Zweitens: das „Wirtschaftswunder“. Nach dem Schock, den das Nazireich und die folgenden mageren Jahre in den Deutschen hinterlassen haben, gab es eine Zeit, in der es wieder bergauf ging. Dafür musste man sich gar nicht groß verändern – man bleibt bei den alten Familienidealen, hat immer noch die alten Nazis im Staatsdienst und muss nicht besonders kreativ sein. Nur hart arbeiten. Ludwig Erhard ist zur richtigen Zeit am richtigen Ort und tut das, was heute immer noch von Neoliberalen gepredigt wird. Sein Wahlspruch „je freier der Markt, desto freier die Menschen“ gilt für viele unverändert. Die Menschen hatten alle arbeit und fraßen unmengen an Sahnetorte und Schweinsbraten, es ging allen gut.
Als Grund dafür nennen liberale Politiker: Steuersenkungen, „Bürokratieabbau“, Sozialabbau. Denn sie sind sich ganz sicher: was bei Ludwig Erhard damals in einem zerstörten Land mit extremem Arbeitskräftemangel geholfen hat, hilft heute noch, obwohl die Zustände sich umgekehrt haben. Die Folgen dieses Irrtums bekommen wir heute alle mit.
Drittens: die „Deutsche Einheit“. Den mutigen Menschen im Osten reichte es, sie wollten nicht länger in einem autoritären Staat leben, der ihnen genau vorschreibt, was sie zu tun und zu lassen hatten. Sie wollten endlich Marsriegel und parlamentarische Demokratie. Darum gingen sie auf die Straße und die Mauer fiel. Helmut Kohl war der Retter der Ostdeutschen, er allein hat die Einheit vorbereitet und wirtschaftlich perfekt durchgeführt.
Die Einheit jährte sich gerade mal wieder. Das einzige, was sich aber vor 20 Jahren vereinigt hat waren die Territorien West- und Ostdeutschlands. Die Menschen im Osten sind eher skeptisch. Das hat gute Gründe. Alles, was es im Osten zu holen gab, hat sich der Westen unter den Nagel gerissen. So wurden zum Beispiel Entwicklungshilfezahlungen der DDR-Banken von Westbanken eingesackt, mit Zinsen belegt und als „Kredite“ weitergeführt. Auch diverse Immobilien wurden für Spottpreise übernommen. Man könnte meinen, dass die westliche Bedrohung von der die DDR-Führung immer sprach sich von ihrer schlimmsten Seite zeigte. Der Osten bekam die D-Mark und den BigMac. Heute fühlen sich 60% der „Ossis“ nicht wie vollwertige Deutsche, weitere 10% wollen die DDR zurück. Dass nicht Helmut Kohl der „Einheitskanzler“ ist, sondern vermutlich eher Willy Brandt, wird verschwiegen, denn ein sozialistischer Bundeskanzler, der auch noch gerne mal ein paar über den Durst trank eignet sich nicht als Held eines deutschen Mythos. Dann lieber ein fetter, korrupter CDUler. Seine Partei hat bis heute einen enormen Bonus bei den Menschen.
Fazit: jeder Leser sollte mal versuchen, sich Deutschland ohne diese drei Legenden (vor allem ohne die letzten beiden) vorzustellen. Wäre es immer noch das gleiche Land?
Einfach übersehen…
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